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HEINZ Magazin Wuppertal 10-2016

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HEINZ Magazin Oktober 2016, Ausgabe für Wuppertal, Solingen, Remscheid

25 JAHRE

25 JAHRE HEINZ JUBILÄUM Geboren, um gelesen zu werden Vor 25 Jahren, im Oktober 1991 erblickte ich, HEINZ, das Licht der Welt. Ich wog als Einzelkind nur 25 Gramm, war 29,7 Zentimeter groß, 22 Zentimeter breit, dafür aber 3 Millimeter schlank. Mit zunehmendem Alter veränderte ich mich. Ich nahm an Gewicht zu, wurde bald doppelt so schwer, schrumpfte in Höhe und Breite um je einen Zentimeter und bin trotzdem nach wie vor mit meiner Figur zufrieden. Einer meiner fünf Gründungsväter begleitet mich bis in die Gegenwart. Frauen traten erst in der Mitte meines ersten Jahres in mein Leben. Heute kommt meine Familie paritätisch daher. Auch ohne Quote. VLADIMIRFLOYD, FOTOLIA In Magazingestalt durch Zeit und Raum Ich stamme ursprünglich aus dem Städtedreieck Wuppertal, Solingen, Remscheid. Im Drei- bis Vierjahresrhythmus erweiterte ich meinen Horizont. Essen, Dortmund, Duisburg, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen, Bochum und Herne, in dieser Reihenfolge kamen Städte und Regionen dazu, in denen ich mich herumtrieb. Da ein HEINZ die Arbeit nicht allein erledigen kann, vermehrte ich mich zahlenmäßig in Magazingestalt auf über 100.000 Exemplare. Mit Vanessa in der Badewanne Leserinnen und Leser holen mich Monat für Monat von über 1.500 sogenannten Auslegestellen zu sich nach Hause. Der Begriff Auslegestellen gefällt mir eigentlich nicht, aber ein besserer ist mir in 25 Jahren nicht eingefallen. Bin ich erst mal in einem Leserhaushalt zu Gast, gehen die Menschen meist sehr vertraut mit mir um. Mit Vanessa gehe ich in die Badewanne, mit Werner auf die Toilette, mit Christian schaue ich fern, bei Michelle und André liege ich im Bett, mit Beate fahre ich mit der S-Bahn zur Arbeit, bei Astrid diene ich als Unterlage für den heißen Kochtopf und Bernd zerfetzt mich aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen in einzelne Seiten. Sorgen um mich muss man sich auch im Falle von Gewaltanwendung nicht machen, denn in meinem Aggregatzustand spüre ich selbst bei existenziellen Übergriffen keinen Schmerz. Zwölf Monate im Kinosaal Mehr als 24 Jahre eures Menschenlebens schlaft ihr, zwölf Jahre sitzt ihr vor dem Fernseher, sechs Monate auf der Toilette, zwölf Monate verbringt ihr in einem Konzert, Theater oder Kino. Das Leben ist zu kurz, um es planlos zu verbringen, HEINZ gibt seit 25 Jahren Anregungen für die „freie Zeit“. Und ich lasse euch, Leserinnen und Leser, statistisch noch Raum für die wichtigste Nebensache der Welt: zwölf Wochen für Vorspiele. ANDREY BURMAKIN, FOTOLIA Singuläre und plurale Ereignisse Obwohl schweigsam, bin ich sehr auskunftsfreudig. Bis zu 3.000 Termine liste ich auf meiner Oberfläche in Print und Online auf. Die durch Zeit- und Ortsangaben eindeutig definierten singulären und pluralen Ereignisse bilden den monatlichen Taktgeber für meine Leserinnen und Leser. In einem Vierteljahrhundert habe ich so schätzungsweise 700.000 bis 800.000 Veranstaltungshinweise gegeben. Und da sagen manche, es sei nicht viel los im HEINZ-Sektor. 16 | HEINZ | 10.2016

The winner are ... Leser und Leserinnen Mit ein bisschen Glück haben viele Leserinnen und Leser bei mir schon etwas gewonnen. Seien es Tickets für Konzerte oder Musicals, Flug- oder Bahnreisen, ein Wochenende mit einem Cabriolet oder eine Statistenrolle bei dem Musical „Gaudi“. Der Gesamtwert der Preise addierte sich in einem Vierteljahrhundert auf rund 900.000 Euro. Über einen Zeitraum von zehn Jahren bis zum Jahr 2013 verloste ich für Filmpreviews pro Monat in allen fünf HEINZ-Ausgaben zusammen mit meinen Partnern, den Filmtheatern und Verleihern, bis zu 500 Kinokarten. Und ich wünsche meinen Leserinnen und Lesern auch für die nächsten 25 Jahre Glück und reichlich Gewinne. Viele Namen und Gesichter HEINZ ist eine Persönlichkeit mit vielen Namen und Gesichtern. Das komplette Vierteljahrhundert hat Film-Philipp begleitet, auf 24 Jahre kommen DTP-Roy und auf 23 Jahre der inzwischen weitreisende Gründervater und ehemalige Häuptling Gerhard. Seit rund zwei Dekaden achtet die amtierende Lektor-Dagmar darauf, dass ich in Form bleibe. Knapp 16 Jahre hinterließ der Anfang des Jahres ausgeschiedene Konzert-Sven seine Spuren. Seit zwei Jahren kümmert sich die langjährige CVD-Susanne nun redaktionell hauptverantwortlich um mich. Marketing-Kapitän Boris sorgt seit 20 Dienstjahren, mittlerweile unterstützt von seiner Ersten Offizierin Barbara, für Kohle und Kalorien, um meinen bescheidenen Appetit zu stillen. Und Adoptivvater Frank schaut darauf, dass ich selbst als 25-Jähriger nicht übermütig werde. Über Geschmack lässt sich streiten In einem Vierteljahrhundert passieren viele Dinge. Jetzt ist ein Veranstaltungsmagazin zwar kein zeitkritisches Werk, trotzdem gab es Ereignisse, die ihre Schatten auch auf mich warfen. Zum Start des Spielberg-Films „Schindlers Liste“ im März 1994 gab es neben der Hintergrund- Information zur historischen Dimension auf der Titelseite den Judenstern, den Juden zur Zeit des 3. Reiches auf ihrer Kleidung tragen mussten. Während eine Vielzahl von Lesern die plakative Darstellung für angemessen hielten, fanden es andere geschmacklos. Im September 1999 musste ich mich für mein Titelbild sogar vor der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien verantworten. Ein Leser hatte die Bonner Institution eingeschaltet, weil auf meinem Titelbild eine nackte Frau mit gespreizten Beinen und einem Pudel vor ihrer Scham abgebildet war. Das reißerische Motiv zum Kinostart des Films „Der große Bagarozy“ konnte den Flop des Films an den Kinokassen nicht verhindern und die Prüfstelle sah nach mehreren Wochen des Prüfens und der Kraft des Faktischen keinen Handlungsbedarf mehr. Als im März 2003 die Koalition der Willigen unter Führung der USA den Irak angriff, erschien der April-HEINZ mit einem Titel zum Krieg. Eine mit einem Nachtsichtgerät aufgenommene Kriegsszene wies auf meine Berichterstattung über Demonstrationen gegen den Krieg hin. Und die Reaktion der Leser und Leserinnen war einmütig: Klar Stellung bezogen, HEINZ! ARCHIV, AUSGABE APRIL 2003 Money makes the world go round „Money makes the world go round“ singt Liza Minnelli im Musical „Cabaret“. Ich kann nicht gut singen, freue mich daher lautlos über den Zuspruch meiner Anzeigenkunden. Da ich für meine Leserinnen und Leser keinen Cent beziehungsweise Pfennig koste, sind unsere Inserenten in Print und Online die weitaus wichtigste Einnahmequelle. Ein Gastronom aus Wuppertal hat mich von der ersten Ausgabe bis ins Jahr 2013 23 Jahre begleitet und ein großer Autohandel mit mehreren Niederlassungen im Ruhrgebiet hält mir seit vielen Jahren die Treue. Wichtig für mich sind auch die vielen Veranstalter, die Monat für Monat für eine kontinuierliche Kalorienzufuhr sorgen. Da muss ich zum Jubiläum einfach mal 108-tausendmal Dank sagen. 10.2016 | HEINZ | 17

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