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HEINZ Magazin Wuppertal 05-2016

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HEINZ Magazin Mai 2016, Ausgabe für Wuppertal, Solingen, Remscheid

AUSSTELLUNGEN ÜBERSICHT

AUSSTELLUNGEN ÜBERSICHT HEINZ-AUTORIN VG BILD-KUNST BONN 2016 SUPER META MAXI Jean Tinguely ■ „Es bewegt sich alles, Stillstand gibt es nicht“ – nach dieser Maxime arbeitete Jean Tinguely (1925-1991). Der Schweizer Kinetik- Künstler konstruierte aus Eisenteilen bewegte Maschinen, die den Kunstbetrieb ironisch aufmischen. Monstrositäten, die mit Getöse kleine Bälle in den Raum schießen, oder Zeichenmaschinen, die strichelnd und klecksend gestische Malerei à la J. Pollock produzieren. Die Retrospektive spannt einen weiten Bogen und zeigt neben der 17 m großen, begehbaren Monumental-Skulptur „Große Méta-Maxi-Maxi-Utopia“ (1987) auch poetischverspielte Frühwerke (zarte Drahtplastiken der 1950er Jahre aus abstrakten Formen und Farben), kinetische Assemblagen aus Kunststoff und Industrieschrott und Kooperationsprojekte mit befreundeten Künstlern – bis hin zum „Mengele-Totentanz“, Tinguelys berührendem Spätwerk zum Thema Holocaust. ch ❚ JEAN TINGUELY Museum Kunstpalast, Ehrenhof 4-5, Düsseldorf; Dauer: bis 14.8., Di-So 11-18 Uhr, Do 11- 21 Uhr; www.smkp.de LIEGENDE FRAUEN UND LANDSCHAFT Henry Moore ■ Ein monumentales Exponat, „Die Sitzende“ des britischen Altmeisters moderner Plastik Henry Moore (1898-1986), ist vor kurzem in den Skulpturenpark Waldfrieden übersiedelt. In zwei Pavillons sind dort rund 30 wenig bekannte Gipsfiguren aus 30 Jahren versammelt. Die ersten dieser „Plasters“ waren Vorformen für die abstrakten und figurativen Bronzeplastiken, die zerstört wurden. Spätere Werke bearbeitete Moore nach dem Gießen mit Feile, Meißel und Farbe weiter. Sein zentrales Thema: Die Liegende. Moore begreift menschliche Körper als Landschaft und als Raum. Es finden sich Schnur-Figuren, behelmte Köpfe, Gewandfiguren, Paare, biomorphe Formen. Archaische und mexikanische Kunst, surrealistische und geometrischabstrakte Konzepte prägen seine Arbeit. Gips, so Moore, besitze im Gegensatz zur Bronze eine „geisterhafte Unwirklichkeit.“ bws ❚ HENRY MOORE. Plasters Skulpturenpark Waldfrieden, Hirschstr. 12, Wuppertal; Dauer: bis 9.10., Di-So 10-19 h; www.skulpturenpark-waldfrieden.de THE HENRY MOORE FOUNDATION ARCHIVE CLAUDIA HEINRICH Museums-News Im letzten Monat stand an dieser Stelle das von der Schließung bedrohte renommierte Museum Morsbroich im Fokus. Der Widerstand gegen die Pläne ist mittlerweile auf gutem Wege; die Unterschriftensammlung auf openPetition hat die notwendige Mindestanzahl erreicht, um am Standort Leverkusen die Politik und den Stadtrat zu mobilisieren. Nun darf man also hoffen! Protestunterschriften sind natürlich weiterhin willkommen: bis 1.9. unter www.openpetition.de. Doch nun einen Blick nach Recklinghausen, um ein nagelneues Museum zu begrüßen. Am 24. April öffnet das Privatmuseum Jerke mit Schwerpunkt polnische Kunst: 600 Exponate, darunter Raritäten der polnischen Avantgarde der 1920er Jahre und der Nachkriegszeit. Im einzigen Museum für polnische moderne Kunst außerhalb Polens will der Recklinghäuser Kunstsammler Dr. Werner Jerke seine Schätze nun einer breiten Öffentlichkeit präsentieren. Ab 29.4., freitags 14-18 Uhr und samstags 11-15 Uhr. Die Museumsvielfalt im Ruhrgebiet wird bunter! Claudia Heinrich STREVO MICHAEL RICHTER GESELLSCHAFTSSTRUKTUREN, -SYSTEME Rita McBride FORMEN DES DIGITALEN WIDERSTANDS Whistleblower und Vigilanten A. KUKULIES RETROSPEKTIVE Tony Cragg ■ Seine Begeisterung für unterschiedlichste Materialien, rohe Materie und Fundstücke führt den bedeutendsten britischen Bildhauer der Gegenwart – Tony Cragg (*1949) – zu bemerkenswerten, teils riesigen Skulpturen. Für eine überwältigende Retrospektive seines Werkes wurde das Von der Heydt-Museums frei geräumt. Eine zentrale Frage des früheren Rektors der Düsseldorfer Akademie ist die nach der menschlichen Existenz im Verhältnis zu Natur und Industrie-Welt. Oberflächlichem setzt er fantasievolle, pragmatisch-emotionale Gestaltung entgegen. Werkgruppen, die die Beziehung von natürlichen und künstlichen Formen und Strukturen untersuchen: u.a. Stapelarbeiten, Vessels and Cells, Early Rational Beings und frühe Wandarbeiten aus Plastik. Monumentale Werke finden sich im Skulpturenpark Waldfrieden der Cragg-Foundation parallel zu „Plasters“ von Henry Moore. bws ❚ TONY CRAGG. Retrospektive Von der Heydt-Museum, Turmhof 8, Wuppertal; Dauer: bis 14.8., Di-So 11-18 Uhr, Do 11-20 Uhr; www.von-der-heydt-museum.de ■ Der Hartware MedienKunstVerein ist meist nah dran an brisanten Phänomenen des Digital-Zeitalters. So auch in der Ausstellung zum „elektronischen zivilen Ungehorsam“, den es etwa so lange gibt wie den HMKV selbst: 20 Jahre. In der Ausstellungshalle werden in Bild, Text und Rauminstallation 33 Persönlichkeiten vorgestellt, die digitalen Widerstand unterschiedlichster Art leisten – als Terrorist oder Spaßguerilla, selbstherrlicher Egozentriker oder seriöser, fleißiger Aufklärer mit hohem Rechtsempfinden. Die Schau schafft Überblick: Sechs Themenbereiche ordnen das komplexe Feld und klären auf mit Mitteln der Kunst: Hier Vigilanten (wie der technikfeindliche Unabomber), da Whistleblower, die für eine „höhere Sache“ geltendes Recht übertreten, dort Menschen, die Gesetze per se ablehnen oder Hacker, die absolute Transparenz fordern. ch ❚ WHISTLEBLOWER UND VIGILANTEN HMKV im Dortmunder U, Leonie-Reygers-Terrasse; Dauer: bis 14.8., Di/ Mi/Sa/So 11-18 Uhr, Do/Fr 11-20 Uhr; www.hmkv.de ■ Im großen Kinosaal begegnet dem Besucher gleich das Hauptwerk der Schau, die riesige Arbeit „Arena“ (1997/2004), die benutzbare Skulptur und Rauminstallation in einem ist und Gäste und Institution gleichermaßen zu einem Bestandteil des Werkes macht. Rita McBride (*1960) arbeitet von jeher an den Schnittstellen von Design, minimalistischer Skulptur, modernistischer Architektur und Stadtraum. Institutionskritik und Leerstellen des öffentlichen Raumes sind also auch Thema in den Arbeiten, die sie in ihrer Düsseldorfer Retrospektive zeigt. Nicht nur die Objekte, auch die Prozesse ihrer Entstehung interessieren sie dabei, ihr Zustandekommen, die Fragestellungen, die sie anstoßen. Da geht es um politische und kulturelle Machtstrukturen, um das Verhältnis von Individuum und Kollektiv, um Kollaboration. Um Gesellschaft. Man muss es nur erkennen. kb ❚ RITA MCBRIDE. Gesellschaft Kunsthalle Düsseldorf, Grabbeplatz 4; Dauer: bis 26.6.; Di-So 11-18 Uhr; www.kunsthalle-duesseldorf.de 54 | HEINZ | 05.2016

SILBERMOND 29.08. & 30.08.2016 KEMNADER SEE BOCHUM www.zeltfestival.ruhr TICKETHOTLINE: 0180. 500 4222 | MO – FR 10.00 – 18.00 UHR

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