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HEINZ MAGAZIN WUPPERTAL 02-2017

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HEINZ Magazin Februar 2017, Ausgabe für Wuppertal, Solingen, Remscheid

BÜHNE TIPP DES MONATS

BÜHNE TIPP DES MONATS Time Warp im Tal Konfetti, Reis und Klopapier Richard O’Briens Kultmusical „Rocky Horror Show“ rockt Wuppertals Opernbühne. Mit einer öffentlichen Generalprobe am 16. Februar, dem Vortag der Premiere, geht Sebastian Welkers Inszenierung im Opernhaus an der Kurt-Drees-Straße an den Start. Diese Vor-Aufführung ist zugleich als Benefizveranstaltung für die Aidshilfe Wuppertal gedacht. Der gesamte Erlös aus dem Ticketverkauf wird gespendet. D er Wuppertaler Opernintendant Berthold Schneider, der die „Rocky Horror Show“ noch in seiner Zeit als Operndirektor am Saarländischen Staatstheater produziert hat, ist begeistert, sein „Baby“ nun in Wuppertal zu haben, wie er HEINZ gegenüber äußerte. Für ihn hat das Musical aus mehreren Gründen ein Alleinstellungsmerkmal: „Diese Show hat ein ganz großes Tempo. Es geht um zentrale Themen, also Religiosität, Sexualität, sexuelle Ausrichtungen. Und diese werden mit größtem Ernst durch den Kakao gezogen, mit einer ganz großen Spielfreude. Das ist wirklich selten, und hinzu kommt die fantastische Musik! Wir sind in Saarbrücken einmal – noch zu meiner Zeit als Operndirektor – die vielleicht beste ,Rocky Horror‘-Produktion genannt worden, die es jemals auf deutschen Bühnen zu erleben gab.“ Schon 2011 hatte Regisseur Sebastian Welker das Kultmusical für das Saarländische Staatstheater inszeniert. Der Intendant macht keinen Hehl daraus, dass er Welkers BJÖRN HICKMANN Inszenierung, der spooky Bühne und dem tollen Ensemble einen großen Anteil an dieser Wertschätzung gibt. In Wuppertal feierte Welker in der laufenden Spielzeit bereits einen großen Erfolg mit seiner Inszenierung von Sergej Prokofjews Oper „Die Liebe zu den drei Orangen“. Der Plot der „Rocky Horror“-Story ist schnell erzählt: Auf dem Weg zu ihrem alten College-Professor bleiben Janet Weiss und ihr Verlobter Brad Majors mit einer Reifenpanne in einer verlassenen Gegend liegen. In der Ferne entdecken sie ein Licht. Hoffnung witternd, nähern sie sich dem hellen Schein und stehen kurz darauf vor einem unheimlichen, mittelalterlichen Schloss. Eine wunderliche, schrille Gesellschaft empfängt sie dort. Auf dem Schloss lebt Dr. Frank’N‘Furter, ein außerirdischer Transvestit vom Planeten Transsexual mit einer Schar skurriler Gestalten und dem buckeligen Hausdiener Riff-Raff (Song: „Time Warp“). Frank’N‘Furter ist gerade dabei, sich seinen Traummann aus der Retorte 60 | HEINZ | 02.2017

Der Cast Aus dem Wuppertaler Opernensemble sind dabei: Simon Stricker (Erzähler), Sebastian Campione (Dr. Everet Scott), Dustin Smailes (Brad), einer der Tenöre, die in „Three tales“ von Steve Reich mitgewirkt haben, Mark Bowman-Hester (Riff-Raff), Kerstin Brix (Magenta), die Muse aus „Hoffmanns Erzählungen“ von Jaques Offenbach. Der restliche Cast ist mit diesen Musical-Gastdarstellern besetzt: Johanna Spatzel, Maryiama Ebel, Andreas Wolfram (Frank’N‘Furter) und Christian Schöne (Rocky). DIE URLAUBSWELT 2017 BJÖRN HICKMANN zu erschaffen. Als Rocky zum Leben erweckt wird, teilt er nicht nur mit seinem Erschaffer das Bett, sondern verhilft auch Janet zu bislang nicht erlebten Liebeserfahrungen („Touch a touch a touch a touch me“). Brad wiederum wird von Frank’N‘Furter verführt („I can make you a man“). Aber Riff-Raff und Magenta richten ihre Waffen gegen Dr. Frank’N‘Furter und übernehmen das Kommando. Die turbulente Komödie endet schließlich mit der Entmachtung Frank’N‘Furters und der Rückkehr Riff-Raffs und seiner Gefährtin auf den Heimatplaneten. Brad und Janet bleiben auf der Erde zurück. „Ganz großes Kino“, schwärmt Schneider. Die Wuppertaler „Rocky Horror Show“ verspricht aber nicht nur mit der energischen, aber auch poetischen Regie Welkers zu punkten. Passend zum Karnevalsmonat Februar ist kostümiertes Erscheinen des Publikums quasi angesagt, findet der Intendant und sagt: „Wir machen Oper im Bewusstsein des 21. Jahrhunderts. Warum dann nicht auch mal mit Strapsen in die Oper? Das ist ja schon irgendwie Kult beim ,Rocky Horror‘-Musical, das ist ja eine der ganz wenigen Shows, wo das Publikum mitmachen soll! Das ist ein bisschen wie ein völlig überdrehter sexy Karneval, man kann wirklich in Kostümen kommen. Also jetzt nicht als Clown, das geht ja eher so ein bisschen in die Lederszene (...)“. Das spiel-, tanz- und sangesfreudige Ensemble tobt in der Choreografie von Amy Share-Kissiov über die Bühne und kommt in dieser wüsten Mischung aus Travestieshow und Gruselfilmparodie groß raus. Ein Augen- und Ohrenschmaus für jeden Besucher. Die fantasievollen und aufreizenden Kostüme stammen von Susanne Hubrich. Die neun Hauptdarsteller sind sowohl Sänger und Sängerinnen des neuen Wuppertaler Opernensembles wie auch bereits musicalerprobte Gastdarsteller. Sie alle werden mit viel Herzblut auf der rockig-barockigen Bühne von Stephan Prattes vollen Einsatz zeigen. Das stellen sie bereits bei den Proben unter Beweis. Die fetzige Musik spielt das United Rock Orchestra unter der Leitung von Heribert Feckler. Achtung! Das Publikum ist in gewisser Weise Teil der Show! Es gibt natürlich keinen Kostümzwang. Zum Kult um die „Rocky Horror Show“ gehört dazu, die Bühnenhandlung und einzelne Charaktere zu kommentieren oder ihre Auftritte geräuschvoll zu begleiten. Damit das klappt, verweist Schneider auf ein weiteres Special der Aufführungen in Wuppertal: „Wer jetzt mit Kostümierung nicht so groß einsteigen will, der kann sich bei uns gerne die Programmheft-Tüte kaufen, darin sind alle Utensilien, die man braucht, wenn man eine ,Rocky Horror Show‘ miterleben will.“ Und diese Tüte hat es in sich: Es gibt einen Musical-Knigge, der verrät, wann diese Utensilien – wie zum Beispiel Knicklicht, Reis oder Klopapier – während der Aufführung zum Einsatz kommen. Man darf gespannt sein, denn auch eine Wasserpistole gehört zum Equipment bei einem „Rocky Horror Show“-Besuch im Wuppertaler Opernhaus. Das Grusical ist ja eigentlich ein Kind der Siebzigerjahre des vorigen Jahrhunderts. Aber die grenzüberschreitende Botschaft dieser aberwitzigen Horror-Story von der fernen Galaxie Transylvania schreckt, fasziniert und entzückt auch noch am Beginn des 21. Jahrhunderts. Den Musicalbesucher erwartet in jedem Fall eine erstklassige „Rocky Horror Show“ als eine verrückte Mischung aus höllischem Spaß, göttlicher Party voller Obsessionen und unerhörter Träume oder, um es mit Riff- Raff zu sagen: „It’s just a jump to the left!“ Dr. Brigitta Hildebrand ❚ ROCKY HORROR SHOW Opernhaus Wuppertal, Kurt-Drees-Str. 4; Termin: 16.2., 19 Uhr (öffentliche Generalprobe); Preis: 20 €; Termin: 17.2., 19.30 Uhr (Premiere), 18.2., 19.30, 19.2., 18 Uhr; Preis: 12-45 €, Tickets (0202) 5637666, www.kulturkarte-wuppertal.de; www.wuppertaler-buehnen.de Reisen. Campen. Radfahren. Sichern Sie sich ab Donnerstag, 16.02.2017 Ihre Eintrittsermäßigung für 7,50 € statt 9 € online unter: www.die-urlaubswelt.de | Aktionscode: f3pmqn www.costabrava.org FRAUEN- GESUNDHEITSTAGE 4. - 5. März 2017 SEXUALITÄT WEIBLICHKEIT MACHT STADT WUPPERTAL / GLEICHSTELLUNGSSTELLE FÜR FRAU UND MANN

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