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HEINZ MAGAZIN DORTMUND 04-2017

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HEINZ Magazin April 2017, Ausgabe für Dortmund

BÜHNE ÜBERSICHT

BÜHNE ÜBERSICHT KERSTIN TURLEY HEINZ-AUTORIN Die Lust am Körper Vielleicht ist es Zufall, dass in diesen Tagen viel Ballett auf den Spielplänen steht, womöglich lässt sich aber auch eine subtile Verbindung finden zu einem frühlingsbedingten und dadurch neu erwachten Gefühl des körperlichen Bewusstseins. Wenn die Wollpullis fallen und T- Shirts erste Blicke freilegen auf das Mehr jenseits der Schal-Grenze, wird deutlich, welch aussagekräftiges Potenzial der menschliche Körper eigentlich in sich trägt. Der Körper als nonverbales Ausdrucksmedium, im Grunde verfügbar für jedermann/frau, wird in seiner ästhetisierten Form im Ballett sozusagen auf die Spitze getrieben. Zu schön ist der Anblick durchtrainierter Tänzer, die in vollendeter Körperbeherrschung zu einer Sprache finden, die sich intuitiv erfassen lässt und eine gewisse Rauschwirkung hervorruft. Der Zugang über die (körperlichen) Sinne macht den besonderen Reiz des Tanztheaters aus und wirkt dabei generationsübergreifend. Das aktuelle Angebot an Ballettabenden ist groß und lädt ein in das Reich der physischen Expressivität. Kleiner Motivationsschub für die Bikini-Figur inklusive. Kerstin Turley BETTINA STÖSS FOTOS: PHILIP LETHEN (LI.), MUSICA MANAGEMENT (RE.) NICHT NUR FÜR DIE GANZ KLEINEN Die Wundermauer ■ Das Märchen „Die Wundermauer“ zeigt humorvoll die Tücken der Gerechtigkeit auf. Vor langer Zeit einmal lebte ein Volk nach dem Grundsatz, dass das Wohlergehen und Glück der Allgemeinheit von jedem Einzelnen abhingen. Ins Wanken gerät dies, als der oberste Verwalter stirbt und ein Nachfolger gewählt werden soll. Gemeinsam versucht die Bevölkerung sich nun darüber einig zu werden, ob es besser ist, wenn alle oder nur CHAUFFEUR CHRISTIAN KORTEN PACKT AUS Promigeschichten ■ Am Taxistand, gleich neben dem Theater in Bochum-Riemke, da gibt der Mann Gas! Schirmbemützt öffnet Moderator Christian Korten die Türen seines Taxis und chauffiert seine Fahrgäste durch die Show – aparte Anekdötchen und pikanter Promigossip inklusive. Noch rechtzeitig gelingt es dem Stimm- Imitator, nach anfänglicher Nervositätsbremse das Gaspedal durchzutreten und in Erinnerung an seine prominenteste Tour Sprech AVE MARIA Otello ein Einzelner in Zukunft die Führung übernimmt. Die zauberhafte Geschichte von Hermynia zur Mühlen geht wesentlichen Fragen gesellschaftlicher (Macht-)Ordnungen nach, die Regisseur Michael Lurse mit Feingefühl kindgerecht auf der Bühne inszeniert. Marko Werner, der die Rolle des Erzählers und Spielers übernimmt, setzt dramaturgische Mittel, wie das Schattenspiel, mit Bedacht ein, wodurch lebensnahe Kunst entsteht. SiA ❚ DIE WUNDERMAUER HELIOS Theater, Willy-Brandt- Platz 1d, Hamm, Tel. (02381) 926837; Termine: 3./5.4., jew. 10 Uhr, 4.4., 10 + 19 Uhr; Preise: 5 € und Schnauze von Helge Schneider, Udo Lindenberg, Dieter Bohlen und Peter Maffay originalgetreu aus dem Mund purzeln zu lassen. Körperstark agieren die Artisten: Maxim Kriger schwitzt bei seiner waghalsigen Rola- Rola-Balance (Foto), Phil Os rockt und rollt augenschmausig das Diabolo, das Duo Strange Comedy ulkt und verblüfft vor dem roten Zaubervorhang. Mit ihrem rasanten Kostümwechsel läutet Martyn Chabry das Finale einer Show ein, die gut beschleunigt. susa ❚ PROMIGESCHICHTEN Varieté et cetera, Herner Str., Bochum, (0234) 13003; Termine: bis 11.6., Do-So; 20-33 € TRIO J-ROPES, © GOP ■ Verdis vorletzte Oper (UA 1887) auf der Grundlage des shakespearischen Dramas besticht durch ergreifende Melodien und groß angelegte Chorszenen, die mitten ins Herz treffen. Und genau um diese unkalkulierbare Gefühlswelt geht es in der Geschichte, wenn der zwar erfolgreiche, aber innerlich total verunsicherte Feldherr Otello der Intrige seines vermeintlichen Vertrauten Jago voll auf den Leim geht. Da reichen geschickt gesponnene Intrigen und ein Taschentuch aus, um eine Tragödie in Gang zu setzen, die zum Mord bzw. Selbstmord führt. Intendant Jens- Daniel Herzog inszeniert diesen musikalisch umwerfenden Blick ins Seelendunkel des Protagonisten in dem hellen, zeitlosen „Gedankenbühnenbild“ von Mathis Neidhardt und kann dabei auf die in Dortmund bekannten Sängergrößen Emily Newton (Desdemona, Foto) und Lance Ryan (Otello, Foto) setzen. kt ❚ OTELLO Oper Dortmund, Theaterkarree 1-3, Tel. (0231) 5027222; Termine: 26.3., 18 Uhr (Prem.), 1./7./15.4., jew. 19.30, 30.4., 18 Uhr; Preise: 15-59 €; www.theaterdo.de GEGENSÄTZE ZIEHEN (SICH) AN Kontraste ■ Der neue Tanzabend des Dortmunder Balletts vereint drei Arbeiten renommierter Choreografen, die das Publikum bei der UA zu Standing Ovations verleiteten. Den Auftakt macht Richard Siegal, der mit „Unitxt“ zu Elektroklängen von Carsten Nicolai eine Choreografie entwirft, die an Power kaum zu überbieten ist – präzise Bewegungen, kraftvoll, dynamisch. Voller Humor und Ironie steckt Johan Ingers „Rain Dogs“, in der er zur rauchigen Stimme von Tom Waits Geschichten über Beziehungskisten mit augenzwinkerndem Kleidertausch oder einsam tanzende Außenseiter in grauem Papierregen erzählt. Wie ein Ruhepol wirkt „Hora“ von Edward Clug, in der eine Festgesellschaft zur meditativen Musik von Alexander Balanescu Synchronität und Geschlossenheit in einer poetisch anmutenden Tanzsprache verströmt. Eine großartige Ensembleleistung voller ästhetischer Facetten – Kontraste eben. kt ❚ KONTRASTE – Inger / Siegal / Clug Oper Dortmund, Theaterkarree 1-3, (0231) 5027222; Termine: 31.3., 19.30 h, 9.4., 18 h, 22.4., 19.30 h; Preise: 15-49 €; theaterdo.de RASANT ENTSCHLEUNIGT IN ZWEI STUNDEN SLOW ■ „Es braucht Geduld mit Tieren!“ Mit stoischer Gelassenheit begutachtet Flugzoo- Dompteur Claude Criblez aus Bern seinen schwitzenden Fisch. Gleich soll das zeppelinartige Flugobjekt durch den Theatersaal schweben. „Wir müssen unser Leben entschleunigen, das aber schnell“, meint Regisseur Knut Gminder und entwickelte einen Gegenentwurf zu der federleichten Komik des Schweizers: Hochbegabte Artisten suchen das Schnelle. Pavel wagt Tricking-Elemente am Pole, Jonas Witt dreht sich – zum einnehmenden Gesang von Ingrid Korpitsch – geschwind im Cyr. Chu lässt die Diabolos rasen, das Trio J-Ropes entfesselt Springseile – und Begeisterung. Sensationell ist die Tango-Dubstep-Akrobatik von Acelya & Pavel. Und Criblez? Rekonstruiert seelenruhig die Schwimmwege aller Künstler und „hetzt“ in seiner herrlich gemischten Raubtiernummer Katze auf Fisch. Ein WOW für SLOW! susa ❚ SLOW GOP Varieté-Theater Essen, (0201) 2479393; Termine: bis 14.5.; Preise: 26-39 € ET CETERA VARIETÉ GMBH WALTER G. BREUER 58 | HEINZ | 04.2017

Festivalorte Festivalzentrum: Dortmunder U Kino im U | Schauburg sweetSixteen | the black frame. bodo Buchladen | CineStar Deutsches Fußballmuseum Kino in Köln Filmforum im Museum Ludwig INTERNATIONALES FRAUENFILMFESTIVAL Dortmund |Köln 4.–9. APRIL 2017 IN DORTMUND © Silke Weinsheimer Förderer www.frauenfilmfestival.eu Foto: © Hannes Woidich

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