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05-2018 BOCHUM HEINZ MAGAZIN

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Heinz Magazin Mai 2018, Ausgabe für Bochum

KUNST|TIPP DES MONATS

KUNST|TIPP DES MONATS Hand in Hand KeineAngst vordem Ende 17 Häuser aus demVerbund derRuhrKunstMuseen ziehen für dieMega- Ausstellung „Kunst &Kohle“aneinem Strang.In13Städten sind dann künstlerische Projekteunterschiedlichster Artzusehen, dievon Maibis September denÜbergangdes Ruhrgebietsindie Zeit nach demBergbau-Ende begleiten. Ein beispielloser Akt, derbeweist,dass Kooperation eine gehüteteTradition im Ruhrgebiet bleibensoll. 56| HEINZ |05.2018

In der Ludwiggalerie Oberhausen: Ulf K., Der Erzgang, 2006 ©Ulf K. A uf den Befehl von Christoph Schlägers Computer setzen sich 15 Abbauhämmer in Bewegung. Sie rattern, pochen, fauchen. Bergbau-Historie erwacht zum Leben, schafft eine moderne Soundlandschaft. Das „Abbauhammerkonzert“ des Soundkünstlers ist Teil des attraktiven Beiprogramms zum gigantischen Projekt „Kunst &Kohle“. Der Unterschied zur großen Schau „Das Zeitalter der Kohle“, die kurz vorher im Ruhrmuseum Essen eröffnet wird, ist, dass esbei „Kunst &Kohle“ nicht in erster Linie um die geschichtliche Auseinandersetzung mit dem Bergbau-Zeitalter geht: „Mir gefallen gerade die absurden, geistigen Momente, die über das Zweckgerichtete des industriellen Prozesses hinausgehen“,sagtFerdinand Ulrich, der das Ausstellungsprojekt organisiert hat. „Ich bin im Ruhrgebiet sozialisiert worden, habe selbst unter Tage gearbeitet bevor ich mein Kunststudium aufgenommen habe.“ Schon als sich der Verbund der RuhrKunstMuseen im Kulturhauptstadtjahr 2010 gründete, war dem damaligen Leiter der Museen der Stadt Recklinghausen klar, dass sich die Museen der Region dem Ende des Steinkohlebergbauswidmenmüssten. Das aufwendigste und spektakulärste Projekt, das er dafür ins Boot geholt hat, findet allerdings gar nicht ineinem Museum statt, sondernamSchloss Strünkede in Herne,weildie städtische Galerie gerade saniert wird. Der ghanaische Künstler und Teilnehmer der documenta 2017 Ibrahim Mahama verhüllt große Teile des Daches und der Fassade desWasserschlossesmit Jutesäcken. Mithelfenden Händen von Ruhrgebietsbewohnern hat Mahama die Säcke, indenen inseiner Heimat auch Kohle über weite Strecken transportiert wird, im April auf der Zeche Westerholt inGelsenkirchen vernäht. Aufwendig ist das Projekt auch deshalb, weil esnicht nur wegen Brandschutz-Vorschriften auf der Kippe stand, sondern für das Schloss sogarein Fledermaus-Gutachteneingeholt werden musste. Klassischer geht eszum Beispiel im Museum Quadrat Bottrop zu, wo Arbeiten Bernd und Hilla Bechers ausgestellt sind. Sie setzten mit ihren dokumentarisch fotografischen Arbeiten ein Zeichen gegen das Vergessen und bewahren mit klaren Strukturen und nüchternem Blick ein Bild, das knapp 250 Jahre das bestimmende des Ruhrgebiets war: Zechen,Fördertürme, Hochöfen und Gasometer. Das Museum unter Tage inder Bochumer Situation Kunst heißt „Schwarz“ und widmet sich mit Vertretern der Postminimal Art der konkretenKunstder Wirklichkeitdes Materials: DieArbeitenspielen mit der Schwärze vonKohle und thematisieren die Sichtbarkeit von Verborgenemsowie Dunkelheit in derKunst seitden 1960er-Jahren bis heute. Das sichtbare Material Kohle in ein unsichtbares verwandeltdie KünstlerinHelga Griffiths am Kunstmuseum Mülheim: Über das Verfahren der Destillation will sie die Essenz der Kohle gewinnen und zu einem Parfüm veredeln. Der Duft soll andie Herkunft des fossilen Energieträgers aus den Urwäldern des Karbonzeitalters erinnern. Die auf das Thema Comic spezialisierte Ludwiggalerie Oberhausenhat unterdem Titel„Glückauf!“ Zeichnungen zum Thema von Wilhelm Herbert Kochs Kumpel Anton über Jamiri bis Walter Moers zu Tage gefördert. Und zur großen Vielfalt der künstlerischenGenresinder Schaugehörtauchein Theaterstück:Die Dresdner Cie. Freaks &Fremde erzählt in „Carbon“ mit Figurentheater vom Leben mit, von und ohne Kohle inSachsen, dem Ruhrgebiet und Kolumbien.Premiereist am 12.Mai aufdem Festival FIDENAin den Flottmannhallen Herne. Max Florian Kühlem ❚ KUNST&KOHLE verschiedene Orte; Termin:ab3.5.; www.ruhrkunstmuseen.com/kunst-kohle AUSDEM PROGRAMM FR 11. MAI |KONZERTHAUS DORTMUND GLORIA Eröffnungskonzert mit Musik vonVasks, Poulenc &Bernstein WDR Funkhausorchester Köln |Dirigent: Wayne Marshall SA 12. MAI |ST. MARIENKIRCHE DYNASTIE BACH Musik der Familie Bach it VoxLuminis aus Belgien SA 19.MAI |DOMICIL SAZ‘ISO Weltmusik aus Albanien |Deutschlandpremiere MO 21. MAI |ST. BONIFATIUSKIRCHE WASBELEBTDIE SCHÖNE WELT Musik vonDowland bis Schubert Daniel Behle |lautten compagneyBERLIN FR 25.MAI |DOMICIL GISELA JOÃO Frischer Fado aus Portugal SO 27.MAI |KONZERTHAUS DORTMUND GIUSEPPE VERDI: GIOVANNA D‘ARCO Marina Rebeka|Jean-François Borras WDR Funkhausorchester Köln |Dirigent: Daniele Callegari SO 03.JUNI |KONZERTHAUS DORTMUND HÄNDEL GOESWILD Crossovermit L‘Arpeggiata DO 07.JUNI |DOMICIL YORKSTON THORNE KHAN Britischer Folk trifft indische Musik SO 10.JUNI |ST. REINOLDIKIRCHE ANTONIO CALDARA: MADDALENA AI PIEDI Ensemble Le Banquet Célesteaus Frankreich

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