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04_2020 HEINZ Magazin Wuppertal, Solingen, Remscheid

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KUNST | TIPP DES MONATS

KUNST | TIPP DES MONATS 32| HEINZ | 04.2020

Es werde grell! Unna feiert dieNeonröhre Wenn man nur ein Objekt mitdem Zentrumfür InternationaleLichtkunst in Unna in Verbindung bringen müsste –eswäredie Neonröhre. Vieleder im Keller derehemaligen Lindenbrauerei ausgestellten Künstler nutzen sie äußerst kreativ fürihreWerke.Jetztwidmetdas Museum ihr eine ganzeAusstellung: „NeonDelight“. Anselm Reyle, Untitled, 2008 neon, cables, chains, 250 x170 x58cmFoto: Matthias Kolb Weithin erkennbar ist das Internationale Lichtkunst-Zentrum in Unna am großen Schornstein des Industriegebäudes, an dem am Abend ein Werk des 2003 verstorbenen italienischen Künstlers Mario Merz zuLeuchten beginnt: Er hat von unten bis oben alle Zahlen der Fibonacci-Reihe bis zum dreistelligen Bereich angebracht. Die Neon-Zahlen folgen inihrem Schwung seiner Handschrift – denn jede in der Kunst verwendete Glasröhre, in der das Gas leuchtet, ist ein handgeblasenes Unikat. Wie Mario Merz haben viele Künstler der neuen Wechselausstellung Buchstaben oder Zahlen aus Neonröhren dargestellt. Der in Berlin lebenden dänische Bildhauer Jeppe Heins zum Beispiel spricht die Betrachter direkt an: „Who AmI“, Why AmI“, „Where Am IGoing“ fragt seine Arbeit, die auf einem Spiegel aufgebracht ist. Die Besucher sehen sich also selbst, während sie ins Grübeln kommen. Bezeichnend für die komplette Ausstellung auch das Statement in Neon des Florenzer Künstlers Maurizio Nannucc, das sagt: „Never Move Far From Color“. Sie verdeutlicht das Kredo: Neonkunst ist oftmals Sprachkunst. Olivia Steele aus Nashville hat mit „It Is Both ABlessing And ACurse To Feel Everything So Very Deeply“ von 2016 eine Art Waage dargestellt, die die Worte „Blessing“ („Segen“) und „Curse“ („Fluch“) trägt. Waswiegtschwerer? Maurizio Nannucci NEVER MOVE FAR FROM COLOR, 2017/18, Neon, Unikat, 269 x212 cm /106 x831/2 x21/3 in, ©the artist and Galerie Nikolaus Ruzicska, Foto: Florian Reittner Mario Merz Fibonacci-Reihe, 2000 ©www.frankvinken.com Neonkunst kann aber auch geometrische oder poetische Abstraktion sein, die ganz ohne Worte oder offensichtliche Zeichen auskommt. Keith Sonniers Arbeit von 2008 etwa heißt „Ballroom Chandelier“ („Tanzsaal-Kronleuchter“), sieht aber nicht soaus. Esist ein Wust aus Formen und Farben, fließend, raumgreifend, die Wahrnehmung fordernd. Neonröhren werden seit dem beginnenden 20. Jahrhundert wegen ihrer Signalwirkung vor allem für die Werbung eingesetzt. Seit den 1960er-Jahren sind sie Thema in der Bildenden Kunst und die Werke sprechen wegen ihrer Nähe zur Sphäre des Technischen, des Künstlichen, zur Warenwelt, zu Pop und Werbung tendenziell ein breites Publikum an. Und meistens sprechen sie jatatsächlich zu ihren Betrachtern: Eine frühe Arbeit des Konzeptkünstlers Bruce Nauman etwa ordnet die Aussage „The True Artist Helps the World by Revealing Mystic Truths“ spiralförmig an und beschäftigt sich somit der immateriellen, mystische Kraft des Lichts, die in unserer Vorstellung Physik und Metaphysikverbindet. MaxFlorian Kühlem ❚ NEON DELIGHT Zentrumfür InternationaleLichtkunst Unna,Lindenplatz 1; Dauer: 14.3.-16.8.; Öffnungszeiten: Besuch nurimRahmenvon öff.Führungen,immer Di,Miund Fr 13+15Uhr; Do 13, 15+17 Uhr; Sa,So, Fei11, 12, 13, 14, 15, 16+17 Uhr; jeden 1. Sonntag im Monat offeneBegehung 11-17 Uhr, jeden2.Sonntag im Monat 11 UhrFamilienführung(online vorbuchen); Achtung: AktuelleInformationen beachten! 04.2020| HEINZ |33

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