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04_2020 HEINZ Magazin Dortmund

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STARTPHASE|APRIL

STARTPHASE|APRIL VeranstaltungenimStream In der Corona-Krise wird nicht rausgegangen –aber kein Trübsal geblasen. Eine Schar von Kulturmachern hat sich zusammengetan, um auf die Schnelle die Webseite www.dringeblieben.de zu erstellen. Dort können Musiker, Comediens und andere Künstler ihre Auftritte aus dem eigenen Wohnzimmer ins World Wide Web streamen – und wer zuschaut, kann je nach Gusto finanziell unterstützen. Eine tolle Art, dieKultur am Lebenzuerhalten! Songwriterinneninden Tyde Studios Die US-Amerikanerin Lucy Dacus findet man imInternet vor allem dank ihrer feinen Coverversionen, etwa von Bruce Springsteen oder Phil Collins. Doch auch ihre eigenen Kompositionen sind Glanzstücke: komplex, tiefsinnig, charmant, voller Indie- Spirit und feiner Melodien. Am 28.4. spielt sie zusammen mit der britischen Alternative-Folk- Songwriterin Fenne Lilly in den famos urbanen Tyde Studios am Dortmunder Hafen. Los geht es um 20 Uhr. KünstlermarktamOpernhaus EinePlattform fürKunstund Kultur schaffen: Das soll der neue Künstlermarkt am Opernhaus.Obbildende Kunst, Literatur oder Klangkultur, die Dortmunder Kulturszene ist extrem vielfältig und hat einiges zu bieten. Eine gute Idee, um dem bisher kaum genutzten Platz etwas Leben einzuhauchen. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde der für den 25.4. angedachte Termin abgesagt. Stattdessen soll der Markt nun erstmalsinder Spielzeit 2020/21 stattfinden. Versepos im Schauspielhaus Am 20.5. zeigtdas Dortmunder Schauspielhaus (Studio) das Versepos „Enoch Arden“, das seinen Verfasser, den englischen Dichter Alfred Tennyson, quasi über Nacht berühmt machte. Der nach einem Unfall verarmte Enoch Arden wird Seemann, umweiterhin seine Familie ernähren zu können. Doch das Unglück setzt sich fort: Der Protagonist erleidet Schiffbruch, verbringt Jahre auf einer einsamen Insel, seine Frau heiratet neu… ©Birgit Hupfeld Intermodellbau in Westfalenhalle Die Intermodellbau bildet das Mekka für große und kleine Modellbau-Fans ab! Rund 500 Aussteller aus 18 Nationen kommen in den Dortmunder Westfalenhallen zusammen –dieses Jahr nicht im April, dafür vom 13.-16. August! Flugzeuge, Hubschrauber, Modelleisenbahnen und allerlei Figürchen: In zehn Hallen wird esdann über 20.000 Modelle zu bestaunen geben. Diese werden inLive-Shows dem Publikumnatürlich auch vorgeführt. Lucy Dacus ©Pressefoto ©Dennis Dirksen Neue Reihe im Dortmunder U Donnerstag ist der Kleine Freitag Das Dortmunder Uverlängert zum zehnjährigen Jubiläum das Wochenende mit dem „Kleinen Freitag“. Jeden Donnerstag wird der ehemalige Brauturm dank der neuen Veranstaltungsreihe zur Spielstätte von Lesungen, Konzerten, Kunst, Tanz, Sport, Gaming und ja, wie soll man es anders sagen, Kultur. Der Clou: Jedes Mal ist eine andere Ebene dran. Mal geht‘s ins Kino, mal auf die Dachterrasse, mal auf die U2 und soweiter. Los geht es immer um 19 Uhr –natürlich im Moment nicht. Aktuell setzt die Reihe bis 19.4. aus, alsbald soll es aber weitergehen. Wenn‘s wieder los geht, können übrigens Stempel gesammelt werden; wer auf10„Kleinen Freitagen“war,darfsichüber einGeschenk freuen. Soli-Geisterparty Es sind harte Zeiten für die Kulturbranche. Aktuell sind bis zum 19. April (Stand 16.3.) sämtliche Veranstaltungen abgesagt. Das macht besonders kleinen Kulturorten zuschaffen. Der Rekorder inDortmund setzt auf Solidarität: Gäste und Supporter sind aufgerufen, an der Soli-Geisterparty teilzunehmen. Die steigt am 14.4. – aber nur in den Köpfen. Selbstredend. Wer also ein Ticket löst (die Höhe des Preises kann man selber auswählen), der tut dies, umden Rekorder in dieser schweren Zeit aufzufangen. Eine superbeIdee! Perfektionisten Zwischen Proberaumcharme und Festival- Headliner –Madsen sind wohl eine der sympathischsten Rockbands der Republik. Durchgestartet sind sie 2004, als Deutschrock gerade das heißeste Eisenimnationalen Musikbusiness war –und schön, dass sie dank der richtigen Mischung aus Konstanz und Weiterentwicklung die Funken bis heute sprühen lassen. Die aktuelle Tour, auf der sie ihre Anfänge rund um den Druchbruch-Hit „Die Perfektion“ zelebrieren wollten, wurde dank Corona verschoben –neuer Termin in der Dortmunder Warsteiner Music Hall ist nun der 6.2.2021. Bis dahin kann man „Die Perfektion“ zirka150.000 Malstreamen! ©Lukas Vering ©Stella Rossié und Nicola Gördes 04| HEINZ |04.2020

©Haus Opherdicke Haus Opherdicke ist neustes Mitglied derRuhrkunstmuseen Neue Himmelsrichtungen Ruhrgebietsbewohner können jetzt nach Osten fahren, umden Norden zu erkunden. „Nach Norden“ heißt die aktuelle Ausstellung im schönen Museums-Kleinod Haus Opherdicke inHolzwickede am östlichen Rand derRegion. Die Schau zu deutschen Künstlern, die in der Nazi-Zeit ins Exil nach Skandinavien gingen, unterstreicht den hohen Anspruch des Hauses, das vor kurzem in den Kreis der Ruhrkunstmuseen aufgenommen wurde. „Wir sind stolz, dass wir zum zehnjährigen Bestehen in das Museums-Netzwerk aufgenommen wurden“, sagt Kuratorin Sally Müller, die mit Kollege Arne Reimann die neue Generation bildet, die im Haus Opherdicke Programm macht. Inden vergangenen Jahren hat sich das Wasserschloss und Ex-Rittergut einen Namen mit wechselnden Ausstellungenzur klassischenModerne gemacht. Eilmeldung: Das Gastspiel in Gelsenkirchen wird auf den 1.–26.4.2020 22.4. bis 17.5. verschoben! Gelsenkirchen –Kennedyplatz Tickets: Musiktheater im Revier, webshop.musiktheater-im-revier.de oder www.cirque-bouffon.com Ein Schwerpunkt liegt auf Neuer Sachlichkeit und der Verschollenen Generation, also den Künstlern, die in der Weimarer Zeit bekannt wurden und später von den Nazis anihrerweiteren künstlerischenEntwicklung gehindert, oder sogar verfolgt und umgebracht wurden. „Wir wollen inZukunft auch mehr zeitgenössische Kunst zeigen“, sagt Sally Müller. „Nach Norden“ zeigt, was das kleine Museum jetzt schon leisten kann: Die Schau, die mit der Sammlung Memoria von Thomas B. Schumann entstanden ist, bietet nicht nur selten gezeigte Werke von Exil-Künstlern,die teils fast vergessensind und teils gerade groß wiederentdeckt werden. Sie liefert auch deren Biographien und Landkarten mit ihrenLebenswegen und Fluchtrouten, die jeder Besuchermitnehmen kann. Zu sehen sind etwa Arbeiten von Lotte Laserstein. Ihr in Deutschland entwickelter, „altmeisterlicher“ Stil kam inSchweden nicht gut an, doch einen Rückweg gab es für sie nicht. Deshalb versuchte sie, sich anzupassen, hielt sich aber vor allem mit Auftragsporträts über Wasser. Spannend ist, dass neben den historischen Arbeiten auch Werke der zeitgenössischen, schwedischen Künstlerin Ann Böttcher zu sehen sind, die rassistische oder identitäre Denkfiguren in Texten von (deutschen) Naturforschern aus dem frühen 20. Jahrhundert aufspürt. Zu sehenist „NachNorden“noch biszum 9.8. mfk Lotte Laserstein |Lesender Mann auf Veranda |Foto: Thomas Kersten |©VGBild-Kunst Bonn, 2020 04.2020| HEINZ |05

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