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HEINZ MAGAZIN ESSEN 03-2017

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HEINZ Magazin März 2017, Ausgabe für Essen

STADTPLAN STORY Das Netz

STADTPLAN STORY Das Netz ändert uns Interview Ohne Frage: Das Internet hat unsere Gesellschaft, Kultur und die Art, wie wir gemeinsam miteinander kommunizieren, grundlegend verändert. In vielen Lebensbereichen stellt das Netz eine Bereicherung dar. „Fake News“, Nachrichtenblasen und in sozialen Netzwerken gestreute Gerüchte rufen beim Nutzer aber auch zusehends Verunsicherung hervor. Chancen und Risiken des Internets werden ab sofort am Bochumer Center for Advanced Internet Studies (CAIS) untersucht – wissenschaftlicher Direktor ist Prof. Dr. Michael Baurmann. HEINZ: Social Media bedeutet immer auch, dass jeder zu allem eine Meinung äußern kann – besteht da die Gefahr der Abstumpfung, der Übersättigung? Prof. Dr. Michael Baurmann: Das Problem scheint mir ein anderes zu sein: Zahlreiche Menschen hören sich immer weniger unterschiedliche Meinungen und Auffassungen an und tauschen sich zunehmend mit Menschen aus, die eine gleiche Ansicht teilen. Viele Internetnutzer isolieren sich von alternativen Anschauungen, von Gegenargumenten – Stichwort „Nachrichtenblase“. Wäre hier der Begriff „Digitale Kompetenz“ anzuführen? Was im digitalen Zusammenhang kompetent ist, hängt vom Kontext ab: Ein 10-jähriger User, der sich für Online-Spiele interessiert, muss andere Kompetenzen an den Tag legen als jemand, der etwa an einem Blog mitschreibt und dort seine Meinung äußert. Eine wiederum andere Frage ist: Wie verhalte ich mich in sozialen Netzwerken, welche Regeln eines zivilen Umgangs soll ich beachten? Digitale Kompetenz gestaltet sich je nach Bereich sehr unterschiedlich. Und genau solcherlei Fragen stehen beim CAIS ganz oben auf der Agenda. Es gehört mit zum Programm des Zentrums, Forschungsprojekte zu fördern, die für bestimmte Bereiche untersuchen, welche Kompetenzen benötigt werden. Deshalb arbeiten wir auch mit dem Grimme-Institut zusammen. Wir sind allerdings darauf angewiesen, dass Menschen mit ihren Anträgen und Projekten auf uns zukommen. Welche Fehler in sozialen Netzwerken beobachten Sie? Da bietet sich aus Aktualitätsgründen das Beispiel „Journalismus“ an. Es ist gut zu beobachten, dass die Qualitätsmedien es in den letzten Jahren versäumt haben, in den sozialen Netzwerken ausreichende Präsenz zu zeigen. Und wenn sie es getan haben, dann nicht selten auf eine unzureichende Art und Weise. Das ändert sich momentan glücklicherweise – es gibt mittlerweile Angebote, die den Rezeptionsgewohnheiten der Nutzer entgegen kommen. Zehnseitige Artikel werden online nun mal nicht gelesen oder kommentiert. Gewisse Fortschritte und erfolgreiche Lernprozesse sind jetzt zu beobachten, bei der Süddeutschen Zeitung etwa. Es beschleicht einen das Gefühl, dass sogenannte Nachrichtenblasen mehr Vertrauen genießen als eben diese Qualitätsmedien. Was wir erreichen müssen, ist, dass Nutzer nicht blind irgendwelchen Meldungen und Nachrichten vertrauen. Ideal wäre eine Bewertung von Informationsquellen durch die Nutzer selbst – in anderen Bereichen des Internets funktioniert das ja schon seit Jahren, beim Online-Shopping etwa. Dort gibt der Käufer eine direkte Bewertung des Verkäufers ab, das schafft Vertrauen. Die Hoffnung ist, dass solch ein Vorgang auch bei der Nachrichtenübermittlung funktioniert. 14 | HEINZ | 03.2017

© ROBERTO SCHIRDEWAHN Kann dieses Vertrauen trotz „Fake News“ & Co. denn wieder zurückgewonnen werden? Da sollte man nicht zu pessimistisch sein, denn die Entstehung dieser Problematik liegt ja noch nicht allzu fern zurück. Ich bin zuversichtlich, dass sich auf diese Entwicklung eine Reaktion zeigen wird. Ich setze da auch auf die Selbstheilungskräfte des Internets, denn in vielen Kontexten funktioniert das ja einwandfrei. Inwiefern können schon bald Bürger vom Internet-Forschungszentrum profitieren? In dem Moment, in dem die Forschung beginnt, kann Austausch stattfinden. Das, was wir am CAIS erarbeiten, soll der Öffentlichkeit kommuniziert werden. Wir streben jedoch keine Einbahnstraße an: Wir möchten auch von den Nutzern und deren Alltagserfahrung lernen. Ohne diesen wechselseitigen Austausch kann die Erforschung des Internets nicht funktionieren. Hierfür bietet das CAIS drei Programmlinien an. Genau, wir möchten eine große Bandbreite anbieten und mit den Sparten „Fellows“, „Projekte“ und „Veranstaltungen“ ein flexibles Angebot schaffen. Arbeitsgruppen sind willkommen, kleine und große Veranstaltungen werden ermöglicht und Fellows können z.B. einen dreimonatigen Aufenthalt am Zentrum mit einer abschließenden Tagung abrunden. Die Pläne gehen noch weiter: In Form eines Landeskonsortiums beteiligt man sich an der Ausschreibung für ein Deutsches Internet-Institut. Wie stehen die Chancen? Es gibt mittlerweile noch vier weitere Mitbewerber, wir sind also bereits auf einem erfolgreichen Weg. Die starke Konkurrenz kommt u.a. aus Berlin, München und Karlsruhe – würden wir aber als Sieger hervorgehen, wäre das, wie der Bochumer Oberbürgermeister Thomas Eiskirch kürzlich formulierte, ein „Knüller“. Welche Bedeutung hätte denn der Standort „Bochum“ für dieses landesweite Institut? Eine größere als man vielleicht mit Blick auf Berlin oder München denkt. Rund um Bochum finden sich zahlreiche Universitäten, alle nah beieinander. Wenn Sie diese Region betrachten, dann sind wir hier ebenso stark aufgestellt wie die genannten Metropolen. Hinzu kommt die Wirtschaftskraft, die für ein attraktives Umfeld sorgt. Wir müssen uns da absolut nicht verstecken. Das Gespräch führte Robert Targan Im ständigen Dialog Dr. Michael Baurmann ist Professor für Soziologie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Einer seiner Forschungsschwerpunkte ist die Online-Partizipation: Welche Möglichkeiten bietet uns das Internet für politische Beteiligung und inwiefern verändert es unsere Kommunikation und die Demokratie, in der wir leben. Seit Beginn dieses Jahres ist Professor Baurmann in Bochum wissenschaftlicher Direktor des CAIS, dem wissenschaftlichen Zentrum zur Erforschung der © HEINRICH HEINE UNIVERSITÄT DÜSSELDORF Digitalisierung, das vom Wissenschaftsministerium mit rund drei Millionen Euro für einen Zeitraum von über drei Jahren (2017–2019) gefördert wird. In seiner Position als wissenschaftlicher Direktor verdeutlicht er: „Wissenstransfer darf keine Einbahnstraße sein.“ FIT FOR FUTURE mit der FOKUS FREMDSPRACHEN FÖRDERFIBEL Berufs-Weiterbildung mit Förderung des Landes NRW 500 € Fördergeld / Person Betriebe 250 Mitarbeiter • Fach- & Führungskräfte • Un- und Angelernte • Berufsrückkehrer • Privatleute 500€ Förderfibel bei FOKUS unter: info.essen@fokussprachen.com info.koeln@fokussprachen.com info.dortmund@fokussprachen.com Änderungen vorbehalten BILDUNGSSCH€CK Studierende der fadbk | HBK Essen zeigen ihre Semesterarbeiten ISO 9001 AZAV FÖRDERUNG WEITERBILDUNG www.fokussprachen.com Rundgang ’17 VERNISSAGE 10.03.2017 | 19:00 UHR AUSSTELLUNG 11.03. - 19.03.2017 ÖFFNUNGSZEITEN 10:00 - 19:00 UHR Design: Dastin Conrad

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