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07/08_2019 HEINZ MAGAZIN Duisburg, Oberhausen, Mülheim

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KINO|TIPP DES MONATS

KINO|TIPP DES MONATS Zeitlose Magie MusikalischeAmnesie Wiesähedie Welt wohl aus,wennplötzlichjeder Mensch die Musik derBeatles vergessen würde? Dazu will derFilm „Yesterday“ Antworten geben. Allzuhartdarfman sicher nicht darüber nachdenken, ob unsere Popweltohne Beatlesheuteauchnur annähernd so aussähe,wie sie es tut.Aber derFilm präsentiertjaauchnur eine These. Eine gutaussehende,wohlklingende,romantische These. 68| HEINZ |07. /08. 2019

©Jonathan Prime/Universal Pictures M an stelle sich das vor: Als Jack nach einem Fahrradunfall wieder aufwacht, hat plötzlich alle Welt über Nacht die Songs der Beatles vergessen. Was anderes sollte der bisher nur am Bodenfass der Musikbranche rumkrebsende Straßenklampfer da tun, alsallesvon „Penny Lane“ bis„Help“als seingeistiges Eigentum zu verkaufen und der größte Songwriter der Welt zu werden? Sobeginnt der kometenhafte Aufstieg des Jack Malik, der ihm schon bald nichtmehrganzgeheuer wird… Filmemacher Danny Boyle („Trainspotting“, „The Beach“, „28 Days Later“) reicht mit „Yesterday“ einen witzigen, lockerflockigen Sommerstreifen ein, der nicht nur dank der legendären Musik der Beatles oben auf schwimmt, sondern vor allem durch Boyles wahnsinnig kreative Handschrift. Vor allem in der ersten Stunde strotzt der Film vor fantastischen Einstellungen, prächtigen Bildern und prächtigemvisuellemStorytelling. Und auch die Verbindung zuden Hauptcharakteren gelingt, dies vor allem dank eines vor Witz und Charme sprühenden Drehbuchs aus der Feder von Richard Curtis, der ähnliches schon in „Notting Hill“ oder „Tatsächlich Liebe“ vollbrachte. Und ja, auch „Yesterday“ ist vorwiegend eine RomCom, also eine Romantic Comedy. Im Kern steht immer eine Liebesgeschichte, die der Film nie aus den Augen verliert, die aber vielleicht nicht der interessanteste Drehund Angelpunkt für diese Geschichte ist. Denn auch wenn die Lovestory funktioniert, die Chemie der Protagonisten stimmt, man gerne inihre Beziehung investiert, so hätte das Szenario doch sicher auch interessantere Wege geboten. Auch rückt nach besagter und gelobter erster Ellie und Jack ©Jonathan Prime/Universal Pictures Jack mit Ed Sheeran ©Jonathan Prime/Universal Pictures Stunde das Verspielte inden Hintergrund, umPlatz für strikteres Erzählen zumachen und einen Plot voranzutreiben, der letztendlich kein sonderlich überraschendes Ende findet. Ein Sehvergnügen bleibt„Yesterday“ aberstets. Und genauso sehr bleibt „Yesterday“ durchwegs ein Hörvergnügen. Vielleicht ist dies sogar die wichtigste Aufgabe, die der Film meistert.Neben den für den Film leicht neuangestoßenen Versionen der bekannten Beatles-Songs, die stets die Situation und das emotionale Befinden der Charaktere spiegeln, ist esauch die Art, wie diese eingefangen werden. Jeder Song wurde live performt und live aufgenommen,teilweisevor riesigen Zuschauermengen. Und diese elektrisierende Energie spürt man. „Yesterday“ hätte ein weitaus sterilerer, glatterer Studiofilm werden können, er strotzt aber vor Leben, Dynamik und Charisma. Gut so, immerhin hat man dafür den Oscar-prämierten Toningenieur Simon Hayes von „Les Misérables“ engagiert. In der Musik liegt also der große Erfolg dieses Filmes. Eswird nicht bloß ein Beatles-Song an den nächsten gekettet, wie es „Bohemian Rhapsody“ letztes Jahr etwas plumb vorgemacht hat, sondern hier wird durch Musik Kontext geschaffen, die Story vorangetrieben, die Emotionen gespiegelt. So ist es auch nur halb so wild, wenn die Erzählung zum Ende abfällt, denn die wirklich großen Momente inszeniert „Yesterday“ schon lange vorher, wenn der Film es schafft, das magische Gänsehautgefühl zu vermitteln, einen Beatles-Song zum allererstenMal zu hören. LukasVering ❚ YESTERDAY GBR2019 R: Danny Boyle; D: Himesh Patel, Lilly James,EdSheeran,KateMcKinnon; Start: 11.7. Projekt gegen Antiziganismus 3. Gypsyfestival Musik, Kunst und authentisches Essen aus der Welt der Sinti &Roma „Zigeunerwagen MARO DROM – unser Weg“ Wir bedanken uns für die Unterstützung 24.+25.8.2019 ab 14:30 Uhr EINTRITT FREI ! ©fuerst.design@gmx.de Bochumer Kulturrat e.V. Lothringer Straße 36c 44805 Bochum T0234 -862012 kulturratbochum@gmx.de www.kulturrat-bochum.de Markus Reinhardt Kutlu • Balkan Brass Band Smeily Adler • Rumba Gitana Gitarrenworkshop • und mehr... Änderungen vorbehalten, siehe homepage und Tagespresse. 07. /08. 2019 | HEINZ |69

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