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03_2020 HEINZ Magazin Essen

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KINO | TIPP DES MONATS

KINO | TIPP DES MONATS Doppelte Böden Return to Form FilmemacherGuy Ritchie machtesich einst mit denVerbrecherstreifen „Snatch“ und „Bube,Dame, König grAS“einen Namen. Nachdiversen Fehltritten und durchwachsenenProjekten kehrter mit „The Gentlemen“ zu diesen Wurzeln zurück –und zwar äußersterfolgreich! Kaum will sich Marihuanaimperalist Michael Pearson zur Ruhe setzen und sein Drogenreich verhökern, dreht die britische Unterwelt am Rad. Jeder will ein Stück vom Kuchen, versucht den Anderen übern Tischzuziehen,krumme Deals zu fahren.Erzählt wird das mit einem verstrickten und wendungsreichen Plot, indem sich doppelte Böden über doppelten Böden stapeln. Gerade zu Anfang des Filmes muss man sich auf die Verworrenheit der Erzählung und die cleveren Spielchen mit dem Format Film erstmal einlassen. Letztendlich gelingt es Ritchie, der sich auch für das Drehbuch verantwortlich zeigt, alle Fäden sinnvoll zusammen zu führen.Sowirdaus dem Labyrinth ausIntrigen und Machtspielen, das von britischen Adelskreisen bis indie Lower-Class-Hochhaussiedlungenführt,feines Unterhaltungsgold. Dass man niedas Interesse am Geschehenverliert, auch wenn es mal einen Ausflug macht, dessen Sinn man nicht gleich nachvollziehen kann oder der letztendlich einfach in einer Filmemacher Guy Ritchie am Set von „The Gentlemen“ ©Universum Film Sackgasse endet, verdankt der Film seinem stets spielfreudigem Darstellerensemble.Zwischen Matthew McConaughey alsgewiefter Drogenlord und ColinFarrellals gutherzigerBox-und Jugendcoach sticht dabei vorallem ein Schauspieler (rechtüberraschend) heraus: Hugh Grant. Ausgerechnet der als Schmachtlappen vom Dienst bekannte Grant dreht in seiner Rolle als wieseliger, zwielichtiger und schimpfwortliebender Privatermittler voll auf. Mitsichtlich viel Freude mimterden so schäbigenwie verschlagenenSchnüfflerund liefert keine Zeile ab, die nicht mindestens ein hämisches Grinsen beim Zuschauer provoziert. So hat man den RomCom-Dauerdienstleister noch nicht gesehen! So weit, sogut. Ganz mängelfrei ist Ritchies „The Gentlemen“ aber nicht. Hier und da verläuft der Film sich in Handlungssträngen, die nichts wirklich substanzielles zur Geschichte beitragen. Und wer diese Art von Schachtel- Film kennt, in dersichallesdreht und wendet 52| HEINZ |03.2020

DIEPERFEKTE GASTRONOMISCHE ORIENTIERUNG Matthew McConaugh als Michael Pearson ©Universum Film Charlie Hunnam ©Universum Film Hugh Grant ©Universum Film und immer noch etwas anderes im Hintergrund abläuft, das sich erstzum Finale zu erkennen gibt,dem wird auch nichtder Verstand gesprengt. Und auch mit tiefer gehenden Botschaften wird hier eher gespart, hier und da wird mal ein Seitenhieb aufaktuellesZeitgeschehen ausgeteilt, für viel mehr kritische Schichten bietet die sowieso schon komplizierte Erzählung aber keinen Platz. Das ist alles aber nicht sowild, will der Film doch einfach stylische Unterhaltung und Spannung bietet. Und das gelingt Ritchie, dessen letzte Projekte eher mau verliefen. Seine „Aladdin“-Neuverfilmung entpuppte sich alsakzeptabler, aber völligsterilerStudiofilm, sein „King Arthur“ war ein überladener Fehlschuss und „Codename U.N.C.L.E.“ wollte einfach nicht recht zünden. „The Gentlemen“ ist zum Glück überzeugender: Unendlich stylisch, maßlos britisch, ziemlich derb, einefette Menge Spaßund einProjekt,indem der Filmemacherseine Handschrift unverwässert durchdrücken konnte. LukasVering ❚ THE GENTLEMEN GBR2019 R: GuyRitchie; D: Matthew McConaughey, Hugh Grant, CharlieHunnam, Michelle Dockery, HenryGolding,Colin Farrell,JeremyStrong; Start: 27.2. VERLOSUNG Wirverlosen10Exemplare deraktuellenAusgabe von RUHRGEBIET GEHT AUS2019/2020! Teilnahme perMail an gewinnen@heinz-magazin.de Stichwort:„GEHT AUS“ Bitteeine Versandadresseangeben. 03.2020| HEINZ |53

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